Annapurna Base Camp Trek – Besser ABC-Trek bis Poonhill

Mein erster Aufenthalt im Himalaya hat mich wirklich von den Bergen überzeugt. Ein besonders Gefühl bekommt man nochmal während eines Treks. Zusammen mit ein paar anderen Reisenden haben wir den Annapurna Base Camp Trek in angriff genommen.

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Trekking, neudeutsch für mehrtägige Wanderungen von Hütte zu Hütte nur mit dem Rucksack durch die Berge, ist DER Trend in Nepal. Na gut, eigentlich ist es weniger ein Trend, sondern viel mehr der Hautbestandteil des nepalesischen Tourismus. Anfangs war ich noch irritiert, als der netter Herr am Immigationschalter am Flughafen Kathmandu mich fragte, welchen Trek ich den vorhabe zu absolvieren und am Schalter neben mir einem alten Ehepaar schon erste Tipps für die schönsten und angenehmsten Routen für Rentner gegeben wurden. Mit den nächsten Tagen wurde mir aber immer bewusster, dass ich um einen Trek nicht herumkommen würde. Ich fand immer mehr gefallen daran.

Schneller als erwartet hatte sich eine nette Gruppe gefunden. Alle Utensilien die man so benötigt, also lange Unterwäsche, Schlafsack, dicke Jacken und Schuhe, wurden entweder gekauft oder geliehen. Dann ging es auch schon los, mit dem Bus sieben Stunden von Kathmandu nach Pokhara. Wir beschlossen den ABC-Trek, also den Annapurna Base Camp Trek zu bezwingen, welcher uns auf über 4000 Meter führen sollte. (Kleiner Ausblick vorweg, der Konjunktiv wurde hier sehr bewusst gewählt)

Tag 1 – Vorfreude

Der erste Tag begann vielversprechend. Ein privater Van brachte uns und einige andere wagemutige Trekker gegen 8 Uhr nach Nayapul, einem der meistgenutzten Ausgangspunkte für den ABC-Trek. Niemand aus meiner Gruppe war bisher im Himalaya unterwegs gewesen oder hatte einen Trek erfolgreich absolviert, die Erwartungen waren also groß.

Tagesziel für heute sollte Ulleri sein, 10 Kilometer entfernt von Nayapul. Ja, 10 Kilometer an einem Tag. Das hört sich wenig an, dauert aber immerhin 5 Stunden. In den 10 Kilometern Strecke die man zurücklegt sind nämlich auch circa 900 Höhenmeter, man startet bei Nayapul auf 1020 Meter und endet in Ulleri bei 1900 Metern, mit inbegriffen.

Übernachtet haben wir im Great View Guesthouse, welches sich gleich am Anfang von Ulleri, nach den ersten 3000 Stufen, befindet. Da wir auch im Guesthouse Abendessen und Frühstück gemacht haben, konnten wir kostenlos übernachten. Dieses Vorgehen sollte man sich gut einprägen. Fast immer kann man für umsonst schlafen, wenn man im Restaurant des Guesthouses isst. Besser funktioniert es wenn man in einer größeren Gruppe reist, ich habe allerdings auch schon von Leuten gehört die zu zweit kostenlos übernachten konnten. Die Devise heißt hier einfach nachfragen und es nicht beim ersten Versuch belassen, eigentlich findet man immer etwas „for free“.

Tag 2 – 1000 Meter gen Himmel

Da 3000 Stufen am ersten Tag nicht genug waren, warteten am zweiten Tag, auf dem Weg nach Ghorepani, gefühlt nochmal genauso viele Stufen auf uns. Tatsächlich waren es natürlich weniger und je höher wir kommen, umso mehr wird der stufige Weg zu einem richtigen Abenteuerweg durch den nepalesischen „Dschungel“. Trotzdem standen zwischen uns und dem Snow View Guesthouse, unserer Destination an diesem Tag, noch etwa 1000 Höhenmeter, die es galt zu überwinden. Die schweißtreibende Wanderung bergauf wurde jedoch durch eine wirklich schöne Unterkunft belohnt. Genächtigt wurde in 4er-Zimmern, wobei es auch 2er- und Einzelzimmer gibt. Ein Badezimmer war überraschenderweise bei jedem Raum dabei, genauso wie eine warme Dusche (Anmerkung: Heiße bzw. warme Duschen und eigene Badezimmer für keinen Aufpreis sieht man sehr, sehr selten).

Insgesamt wurden an diese Tag ca. 10,5 Kilometer in 5 Stunden zurückgelegt. Der krönende, wenn auch sehr anstrengende, Abschluss des Tages war der Aufstieg zu Poon Hill, einer auf 3200 Metern gelegenen Bergspitze, von der man unglaublich gut den Sonnenauf- so wie untergang bestaunen kann. Siehe Bilder!

Gespeist wurde typisch nepalesisch mit Chapati (150 Rs), Dal Bhat (550 Rs) und einer Nudelsuppe (220 Rs). Den Preisen ist anzumerken, dass sie sich mit zunehmender Höhe auch nach oben korrigieren.

Tag 3 – Der Anfang vom Ende

Am dritten und sehr schicksalhaften Tag führte der Wanderpfad uns von Ghorepani nach Tadapani. Auf halbem Weg passierte allerdings das, vor dem es jeden Trekker fürchtet. Eine Wanderin aus unserer Gruppe erwischte bei einem steil abfallenden Hang einen lockeren Stein, rutschte weg und verstauchte sich dabei den Knöchel. Nach ersten laienhaften ärztlichen Behandlungen mussten wir  jedoch schmerzlich feststellen, dass sie mit diesem Fuß nicht bis zum Base Camp durchhalten konnte.

Da wir als Gruppe gestartet waren und unseren Trek auch als Gruppe beenden wollten, beschlossen wir, dass es besser ist, einen Tag zu pausieren und dann den Weg nach unten anzutreten.

Aus dem geplanten ABC-Trek wurde also ein, um kein Bisschen schlechterer, Poon Hill-Trek, der die beste Vorbereitung für den folgenden Mount Everest Base Camp Trek sein sollte.

Allgemeines

Jedem, der einen Trek in Nepal in Planung hat, sei gesagt, dass die Natur im Himalaya wirklich einzigartig ist und man sie auf keinen Fall missen sollte. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass wandern in den Bergen nichts mit einem gemütlichen Spaziergang zutun hat. Man sollte gut zu Fuß sein und eine gewissen Grundlagenausdauer besitzen. Ist man weniger sportlich unterwegs oder nicht gewillt einen Rucksack mehrere Kilometer nach oben zu schleppen, dann kann man sich durch einen bezahlten Porter (Träger), wunderbar unter die Arme greifen lassen. Nimmt man diesen Dienst in Anspruch, sollte man aber auf keinen Fall mit dem Trinkgeld geizen. Die Jungs haben es echt verdient.

Fühlt man sich auf eigene Faust nicht sicher genug im Gebirge, kann man sich auch für die ganze Tour einen Guide „mieten“, oder sich einer geführten Gruppe anschließen. Meine Gruppe und ich haben aber einstimmig festgestellt, dass man für den ABC-Trek keinen Guide braucht. Es gibt Unmengen an Gasthäusern und unter der Menge an Leuten die auch in der Off-Season unterwegs sind, findet man immer einen Ansprechpartner, falls man tatsächlich mal in der Klemme steckt oder ein paar Fragen hat.

Finanziell sollte man circa mit 2000 oder 2500 nepalesischen Rupien am Tag rechnen. Man kann aber auch locker mit 1500 Rupien überleben. 15 bis 20 US-Dollar kann man also kalkulieren. Im separaten Beitrag „Trekken in Nepal“, findet ihr weitere Tipps, Dinge die ihr nicht braucht und eine Packliste.

Fazit meines erste Treks im Himalaya: Zeitweise anstrengend aber „totally worth it“!

Weg – ABC Trek
Wasserfall – ABC Trek
Wasser – ABC Trek
Trekker2 – ABC Trek
Trekker – ABC Trek
Sterne – ABC Trek
Gruppe – ABC Trek
Guesthouse – ABC Trek
Haus – ABC Trek
Nayapul – ABC Trek
Orange – ABC Trek
Steinmann – ABC Trek
Sonnenuntergang – ABC Trek
Garten – ABC Trek
Fluss – ABC Trek
Esel – ABC Trek
Berge Annapurna
Baum – ABC Trek
Aussicht – ABC Trek
Annapurna – ABC Trek
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Hi, ich bin Jonas, 19 Jahre alt und im Moment offiziell Reisender. Direkt nach dem Gymnasium an die Uni und weiter lernen bzw. studieren war einfach nicht mein Ding. Ich wollte raus und die große, weite Welt sehen. Schnell war klar, Asien soll es werden. Vielfältig, anders und auch ein bisschen billiger als der Rest des blauen Planeten. Mit meinem neuen Zuhause auf meinen Schulter, brach ich Anfang August ins Land der Mitte auf. Viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen durfte ich sammeln, aber all das und noch viel mehr könnt ihr auf meinem Baby, meinem Reiseblog, travelriots.com, nachlesen. Viel Spaß!
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