Mein Besuch im S-21 und den Killing Fields

Die Khmer Rouge hat in Kambodscha mehr als 2 Millionen Menschen auf dem Gewissen. Im folgenden Artikle beschreibe ich, wie es für mich war, das Tuol-Sleng-Genozid-Museum und die Killing Fields zu besuchen.

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Kambodscha hat einiges zu bieten. Niedrige Preise, tolles Wetter und noch besseres Essen. Wer sich für einen Aufenthalt in der parlamentarischen Wahlmonarchie zwischen Thailand, Laos und Vietnam entscheidet, der wird sicher nicht enttäuscht. Trotzdem sollte man, bei all den Vorzügen, nicht die dunkle Vergangenheit der zweiten Hälfte der siebziger Jahre vergessen, als der Khmer Rouge mehr als 2 Millionen Menschen, vor allem Kambodschaner, zum Opfer gefallen sind. Deshalb war es für mich, während meines Aufenthaltes in der Hauptstadt Phnom Penh besonders wichtig, die beiden Gedenkstätten zu besuchen.

Tuol-Sleng-Genozid-Museum

Als erstes besuchte ich das Tuol-Sleng-Genozid-Museum, welches zur Zeiten der Roten Khmer noch das S-21 Gefängnis, ehemals eine Schule, war. Hier wurden systematisch, mit den perfidesten Foltermethoden, Geständnisse von den Inhaftierten erzwungen, die für diese den Tod bedeuteten. Nicht selten wurde eine Zusammenarbeit mit dem KGB oder der CIA gestanden, obwohl die Häftlinge nicht einmal wussten, was die Abkürzungen bedeuten, geschweige denn, dass sich dahinter ausländische Sicherheitsorganisationen befinden. Sie wollten einfach nur den Qualen entkommen. Die Menschenwürde wurde abgelehnt, Inhaftierte wurden zu einer Nummer an einer Kette.
Es war erschreckend zu sehen und zu hören, was hinter den Mauern von S-21 geschehen ist. Besonders die Berichte der 14 Überlebenden waren besonders eindringlich.

Killing Fields

Im Anschluss besuchte ich noch die bekannteren Killing Fields, in denen tausende Menschen ihr Leben lassen mussten. Die Bilder der Gedenkstupa, welche mit Knochen und Schädeln der Opfer gefüllt ist, die Kleidungsreste, die immer noch zusehen sind und der Baum, gegen den Babies so lange geschlagen wurden, bis sie nicht mehr am Leben waren, werde ich so schnell wahrscheinlich nicht mehr vergessen.

Auch das ist Reisen

Aber es war nicht die unheimliche Atrozität, mit welcher gegen das eigene Volk vorgegangen wurde, die mir am meisten zu denken gegeben hat. Es waren die letzten Worte des Audioguides, welcher auf die traurige Pluralität von Genoziden, überall auf der Welt, hingewiesen hat. Denkt man hier nur an die Shoa im Dritten Reich, der Völkermord an den Ureinwohnern Amerikas oder an Ruanda.

Zum Ende möchte ich die Gelegenheit nutzen, um an euch zu appellieren, eure Comfortzone zu verlassen, und auch die unangenehmen Aspekte eines Landes ins Auge zu fassen. Den auch das ist Reisen.

Mein Besuch im S-21 und den Killingfields – Kleidung
Mein Besuch im S-21 und den Killingfields – Killing Fields
Mein Besuch im S-21 und den Killingfields – Kleidung 2
Mein Besuch im S-21 und den Killingfields – Baby Baum
Mein Besuch im S-21 und den Killingfields – Baby Baum 2
Mein Besuch im S-21 und den Killingfields – Killing Tools
Mein Besuch im S-21 und den Killingfields – Gefängnis
Mein Besuch im S-21 und den Killingfields – Stacheldraht
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Mein Besuch im S-21 und den Killingfields – Gedenkstupa Außen
Mein Besuch im S-21 und den Killingfields – Gedenkstuba
Mein Besuch im S-21 und den Killingfields – Massengrab
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Hi, ich bin Jonas, 19 Jahre alt und im Moment offiziell Reisender. Direkt nach dem Gymnasium an die Uni und weiter lernen bzw. studieren war einfach nicht mein Ding. Ich wollte raus und die große, weite Welt sehen. Schnell war klar, Asien soll es werden. Vielfältig, anders und auch ein bisschen billiger als der Rest des blauen Planeten. Mit meinem neuen Zuhause auf meinen Schulter, brach ich Anfang August ins Land der Mitte auf. Viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen durfte ich sammeln, aber all das und noch viel mehr könnt ihr auf meinem Baby, meinem Reiseblog, travelriots.com, nachlesen. Viel Spaß!
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