Was bleibt?

Du verschwendest doch nur deine Zeit. Das kostet doch nur Geld, mach doch lieber was anständiges. Diese Sätze hat bestimmt jeder Langzeitreisender schon mindestens einmal gehört. Heute will ich der Frage nachgehen, was von einer längeren Reise tatsächlich übrig bleibt.

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Als ich heute Morgen einen Blick in meinen Kleiderschrank geworfen habe, ist mir ein ganz besonderes Kleidungsstück ins Auge gefallen. Ein blauer, unscheinbarer Pulli/Windbreaker mit Kapuze und brauen Knöpfen. Das Besondere, gekauft in Thamel, Kathmandu, Nepal. Beim Anziehen hatte ich sofort Bilder aus Nepal vor meinem geistigen Auge. Das chaotische Kathmandu, die atemberaubenden Weiten des Himalayas und das nepalesische Curry fühlten sich so real an, ich dachte fast ich wäre wieder zurück, in einem der schönsten Länder der Welt.
Dieses Erlebnis hat mich zum Nachdenken gebracht. Was bleibt am Ende eigentlich von so einer Reise übrig? Nur ein großes Loch im Geldbeutel, oder doch mehr?

Ni Hao, Namaste, Konnichiwa, Mingalarbar und Sabaidii

Ich war zwar in ausschließlich nicht englischsprechenden Ländern unterwegs, trotzdem konnte ich eine enorme Verbesserung meiner Englischkenntnisse vermerken. Nicht nur in Schrift, sondern auch in Wort haben sich meine Fähigkeiten enorm gesteigert. Gerade der wechsle zwischen Deutsch und Englisch funktioniert jetzt eigentlich ohne Bedenkzeit. Auch der Wortschatz in Hinsicht auf Essen oder auch offiziellen Anträgen hat sich ausgebaut.
Die ersten Wochen in Deutschland musste ich sogar darauf achten, keine englischen Wörter mehr in meine Sätze einzubauen. Mittlerweile kann ich mich mit nativen Englischsprechern ohne Probleme auf hohem Niveau über die verschiedensten Themen austauschen.
Allgemein habe sich zudem mein generelles Sprachenverständnis verbessern können. Sprachen sehe ich nicht mehr, wie in meiner Schulzeit, als Last, sondern als Schlüssel zu neuem Wissen, Menschen und Kulturen.
Vom Sprachmuffel zum begeisterten Lerner.

FRIENDS – nicht die Serie

Das tolle am Backpacken und Hostelleben: Das Zusammenkommen von Menschen aus der ganzen Welt. Meine Reise wäre nicht einmal halb so gut gewesen, wären da nicht die ganzen tollen Menschen, die ich treffen durfte und nun meine Freunde nennen kann. Bevor ich nach Hause geflogen bin, habe ich dazu einen kleinen Facebookpost verfasst, seht selbst.

Raus aus der Comfort-Zone

Alleine auf Reisen zu gehen, war wahrscheinlich das Beste was ich hätte machen können. Die Erziehung und die Schule versuchen auf das Leben vorzubereiten, doch eigentlich funktioniert das nie so richtig. Das einzige was wirklich hilft, ist der Sprung ins kalte Wasser. Wenn man ganz allein auf sich gestellt ist, dann lernt man mit stressigen und schwierigen Situationen umzugehen. Man lernt auch für seine Entscheidungen einzustehen und neue Wege zu finden.
Wenn niemand in erreichbarer Nähe ist, dann lernt man, selbstbewusst, selbstbestimmt und und selbstständig zu handeln. Als Solotraveller unterwegs zu sein, hat mich in meinem Verhalten und Verständnis persönlich enorm weitergebracht. Ich bin reflektierter und erwachsener in meinen Entscheidungen, ohne dabei das Kind sein völlig zu vergessen, das sollte man ja bekanntlich nie.

Erfüllung

Viele meiner Freunde und Bekannte werden vielleicht ein oder zwei Jahre früher ins Berufsleben starten. Sie werden vielleicht früher Geld verdienen, dicke Autos fahren und darin hoffentlich ihre Erfüllung finden. Ich für meinen Teil habe in den letzten 10 Monaten gemerkt, dass ich das alles nicht brauche. Geld, Macht und Erfolg sind vergänglich, Erinnerungen bleiben ewig. Ich bin sehr froh, dass ich vor 12 Monaten in den Flieger gestiegen bin und mein Abenteuer gestartet habe. Dieser Schritt war der Beginn meiner Reise und der Schlüssel zu all den tollen Erinnerungen, die ich sammeln durfte.
Lest ihr gerade diesen Text, weil ihr auch aufbrechen wollt, in die große weite Welt, ihr euch aber noch unsicher seid oder euch Freunde, Familie oder Verwandte davon abbringen wollen weil ihr ja nur Zeit verschwendet, dann zeigt ihnen diesen Artikel und das folgende Zitat, welches man fast schon als Maxime zählen könnte. Es klinkt vielleicht übertrieben pathetisch aber trotzdem ist es wahr:
  Sammel Erinnerungen, keine Dinge, denn das letzte Hemd hat keine Taschen 
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Hi, ich bin Jonas, 19 Jahre alt und im Moment offiziell Reisender. Direkt nach dem Gymnasium an die Uni und weiter lernen bzw. studieren war einfach nicht mein Ding. Ich wollte raus und die große, weite Welt sehen. Schnell war klar, Asien soll es werden. Vielfältig, anders und auch ein bisschen billiger als der Rest des blauen Planeten. Mit meinem neuen Zuhause auf meinen Schulter, brach ich Anfang August ins Land der Mitte auf. Viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen durfte ich sammeln, aber all das und noch viel mehr könnt ihr auf meinem Baby, meinem Reiseblog, travelriots.com, nachlesen. Viel Spaß!
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3 KOMMENTARE

  1. Hallo Jonas,

    wirklich sehr schöner Artikel. Deine Reise habe ich über Facebook verfolgt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir das in deinem Alter zugetraut hätte. 🙂 Zum Thema Erinnerungen kann ich dir nur zustimmen. Dinge sind vergänglich aber die Erinnerungen bleiben. Und auch ich erinnere mich sehr gernen und oft an all meine Reisen zurück. Ich bin sehr gespannt, wo es dich in Zukunft noch hinverschlagen wird. 🙂

    Viele Grüße
    Peggy

    • Hallo Peggy,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Es war nicht immer alles einfach im letzten Jahr, aber es hat mich nur weiter gebracht 🙂
      Die nächste Reise steht schon an, London Ende August. Ich glaube wenn man einmal mit dem Reisen angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören 🙂

      LG

  2. Hi Jonas,

    toller Beitrag. Sehe ich auch so. Einfach machen, nicht überlegen, auf andere warten. Alleine raus in die Welt und Erfahrungen sammeln! 🙂 Reisen lohnen sich immer!

    Alles Liebe, Claire

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